Von Björn Othlinghaus Lüdenscheider Nachrichten
Lange mussten die Anhänger des Bergstadt-Chores auf ein großes Konzert der Lüdenscheider warten. Am Sonntag präsentierten sich die Sänger in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums jedoch vor beeindruckender Kulisse. Kaum ein Platz blieb unbesetzt, als der Chor sein umfangreiches Programm unter dem Motto „Wohlauf Ihr Gäste …“ präsentierte. Die Gastgeber unter der Leitung von Chordirektor Marcel Tillmann wurden unterstützt von den Sängerinnen und Sängern des Meisterchores „amante della musica menden“ (Leitung: Michael Oel) sowie dem Konzertgitarristen Jens Jawer aus Bergisch Gladbach.
Im Anschluss an die Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Bergstadtchores Wilfried Starosta, der auch den Lüdenscheider Bürgermeister Dieter Dzewas willkommen heißen konnte, sowie das von Dietrich Lüttringhaus launig vorgetragene Gedicht „Frühling lässt sein blaues Band“ begannen die Gastgeber mit ihrem ersten Musik-Block. Auf gewohnt souveräne Art interpretierte der Lüdenscheider Meisterchor das Titelgebende Stück „Wohlauf Ihr Gäste …“ aus der Feder von Erasmus Widmann und ließ „Wanderers Nachtlied“ und das romantische Werk „Die Rose“ folgen. Das christliche „Virtute magna“, geschaffen von Giovanni Croce, rundete den ersten Chormusikteil ab. Bei den nachfolgenden Auftritten des Bergstadt-Chores spielte dann der Wein eine große Rolle, dem die Sänger einen Block von vier Liedern widmeten. Unter anderem wurde das „Lied vom Rheinwein“ angestimmt sowie mit dem Stück „Weinland“ von Robert Pracht dem schmackhaften alkoholischen Getränk gehuldigt.
In der zweiten Programmhälfte fuhren die Lüdenscheider dann mit der „Schwäbschen Eisenbahne“ und sangen als Medley drei kroatische Volkslieder. Dietrich Lüttringhaus und Wilfried Starosta sorgten zwischendurch immer wieder mit humorvollen Gedichten für Abwechslung. Mit vier ruhigen Zwischenspielen nach den Chorkonzertblöcken lockerte Jens Jawer das Programm auf. Filigran und virtuos interpretierte Jawer zunächst zwei Walzer des venezolanischen Komponisten Antonio Lauro, um später unter anderem mit einigen Szenen aus „La Traviata“, die mit der Gitarre interpretiert ein ungewöhnliches Klangerlebnis boten, südländisches Flair zu verbreiten. Auch Werke von Manuel Maria Ponce und Leo Brouwer standen auf der Playlist des Gitarristen.
Der Meisterchor „amante della musica menden“ begeisterte schließlich durch eine Mischung aus klassischen und modernen sowie modern interpretierten Chorwerken. Nach dem feierlichen „Sperent in te“ aus der Feder von Lajos Bardos folgten die Volkslieder „Der Mond ist aufgegangen“ und „Am Brunnen vor dem Tore“ in modernen Interpretationen, erstere aus der Feder von Prof. Michael Schmoll, Bundeschorleiter des Chorverbandes NRW. Ein weiterer Auftritt der Mendener in der zweiten Konzerthälfte bestach durch eine bunte, oft außergewöhnlich gesungene Mischung moderner Stücke.
So erklang zum Beispiel das wohl größte Liebeslied der Pop-Musik-Geschichte, „Hello“ von Lionel Richie, mit einer gelungenen, komplexen Chor-Interpretation in neuem Glanz, und der fröhliche A-Capella-Hit „Don’t worry, be happy“ von Bobby McFerrin regte durch schrill-schmetternde Passagen tatsächlich zum Schmunzeln an. Den Gospel „Soon ah will be done“ präsentierten die Sängerinnen und Sänger in der Version eines amerikanischen Hochschulchores.
Abschließend standen beide Chöre dann gemeinsam auf der Bühne und ließen es sich nicht nehmen, das Volkslied „An einem kühlen Grunde“ als Zugabe zu singen. Mit einem ebenso abwechslungs- wie umfangreichen Programm meldete sich der Bergstadtchor am Sonntag auf der großen Konzertbühne zurück und erntete für die mit viel Aufwand gestaltete Veranstaltung anhaltenden Applaus. Als nächstes wird der Bergstadt-Chor am Sonntag, 18. Mai, ab 11 Uhr auf dem Gelände der Weinbar „Caveau“ an der Talstraße zu sehen und zu hören sein.